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Krankheitszeichen

Igel sind normalerweise dämmerungs- bzw. nachtaktiv. Sie kommen erst aus dem Nest, wenn es bereits dunkel wird. In Ausnahmefällen können auch gesunde Igel tagsüber gesichtet werden, wenn sie von Hunden oder durch gärtnerische Arbeiten gestört wurden oder sie von Hunger und Durst geplagt werden.

Kranke Igel sind apathisch, rollen sich kaum ein und sind oft mager. Man sieht hinter dem Kopf eine Einbuchtung, die so genannte Hungerfalte. Die Tiere sind lang und schmal und haben herausstehende Hüftknochen. Die Augen stehen nicht kugelig hervor, sondern sind eingefallen und schlitzförmig.

Weitere Krankheitszeichen sind:

Grüner schleimiger Kot, Durchfall, Blutungen aus dem Mund und After, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen, Apathie, Hautschorf, eitrige Pusteln, Stachelausfall, Krämpfe, Zittern, blasse Schleimhäute, geschwollene Beinchen, etc..

Wirkt ein Igel schwach und mager, sind häufig Innenparasiten die Ursache. Dazu gehören Lungenwürmer, Lungen- oder Darmhaarwürmer, Darmsaugwürmer, Kokzidien und Bandwürmer. Husten oder röchelnder Atem, weisen mit ziemlicher Sicherheit auf einen massiven Befall mit Lungenwürmern hin.

Zudem können bei Igeln auch bakterielle Infektionen auftreten. In solchen Fällen gehen Sie mit dem Igel immer zu einem igelkundigen Tierarzt und bestehen Sie darauf, dass der Kot des Tieres untersucht wird. Diese Untersuchung können auch gut ausgestattete Igelstationen durchführen.

Lungenentzündung

Kann auch durch starken Lungen- oder Lungenhaarwurmbefall verursacht werden.

Igel mit Lungenentzündung - total erschöpft

Hörproben

    Schwere Lungenentzündung

    Stark hustender Igel

Verletzungen

Oft deuten schon Fundort, oder Fundumstände, etwa eine Straße oder eine Baugrube, auf die möglichen Verletzungen der Tiere hin. Igel, die vermutlich tagelang in Gruben oder Lichtschächten gefangen waren, sich in Beerennetzen verheddert hatten, oder an einer Brandstelle gefunden wurden, brauchen ebenfalls dringend Hilfe.

 

Igel aufwärmen

Ist der Igel unterkühlt, also an der Bauchunterseite spürbar kälter als die eigene Hand - legt man ihn am besten auf eine gut handwarme, mit einem Handtuch umwickelte Wärmflasche. Man setzt ihn dann in einen kleinen, aber hohen Karton. Das Tier wird mit einem weiteren Handtuch zugedeckt. Hat der Igel wieder eine normale Körpertemperatur, bringt man ihn in eine vorbereitete Igelkiste mit Schlafhaus.

Behandlung

Verletzte und durch innere Krankheiten infizierte Tiere müssen sofort in tierärztliche Behandlung, oder in eine kompetente Igelstation.

Sehr schwache Igel bekommen, sobald sie aufgewärmt sind, vom Tierarzt, als Sofortmaßnahme Infusionen, um den Gesundheitszustand zu stabilisieren.

Der Igel steht durch die ungewohnte Situation unter Stress. Erst müssen sich Kreislauf und Stoffwechsel stabilisiert haben. Ein behandlungsbedürftiger Igel muss auch behandlungsfähig sein.

In der ersten Nacht nach der Aufnahme des Igels sollte er daher erst einmal in Ruhe gelassen werden. Überlebt er diese Zeit nicht, hätte er sie sicher auch trotz sofortiger Behandlung nicht überstanden.

Ektoparasiten wie z.B. Flöhe, Zecken, Fliegeneier und Fliegenmaden

Unbedingt ist zu Überprüfen, ob der Igel evtl. von Fliegeneiern und Fliegenmaden befallen ist! Diese erfordern höchste Aufmerksamkeit und müssen als erstes entfernt werden! 

Dann erst sollte das Tier von Flöhen und Zecken befreit werden. Igelflöhe lassen sich am besten mit einem milden Flohspray (Zoofachhandel) beseitigen. Dabei Kopf und Gesicht des Igels abdecken. Bauch und Beine aussparen. Zecken nur mit Hilfe einer Pinzette (ohne Zusatzmittel wie Öl o.ä.) entfernen.

Ektoparasiten: Zecken

Fliegeneier und Fliegenmaden

Auf kranken Tieren - übrigens wie auch auf Säuglingen - sitzen in der warmen Jahreszeit häufig Schmeißfliegen, die dort ihre Eier ablegen. Letztere kommen vor allem in der warmen Jahreszeit vor, nicht nur auf verletzten, sondern auch auf geschwächten Tieren vor. Werden die Fliegeneier nicht sorgfältig und penibel mit einer Pinzette abgesammelt, bzw. mit einem Flohkamm oder einem Maskarabürstchen ausgebürstet, schlüpfen aus den Eiern innerhalb weniger Stunden Maden. Diese dringen in die Körperöffnungen oder evtl. Wunden ein, und der Igel verstirbt in kürzester Zeit.

Achtung - Akute Lebensgefahr !

  Anschauungsvideo