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Therapietipps

Sehr geehrter Nutzer unserer Homepage,

bei diesen Pflege- und Therapiehinweisen handelt es sich um Erfahrungswerte, wie ich sie in 30 Jahren kontinuierlicher und sehr intensiver Igelarbeit erworben und erfolgreich angewendet habe. Diese Liste erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt auch nicht den Gang zum Tierarzt. Der geschätzte Leser ist vielmehr gehalten, sich an dem ebenfalls im Internet verfügbaren Werk "Igel in der Tierarztpraxis" zusätzlich zu orientieren. Korrekturen und Verbesserungsvorschläge werden jederzeit gerne entgegen genommen.

Entzündete Augen, geschwollene, gerötete Beine, Entzündung an behaarter Haut (Haar- und Stachelausfall), nervöse Unruhe. Die Ursache deutet auf einen schlechten Allgemeinzustand des Igels hin. Vitamin A- und Zinkmangel bzw. nach Milben- oder Bakterienbefall, kann eine Pilzinfektion oft Stachelausfall verursachen. Keine Chemikalien zum Reinigen verwenden. Nestmaterial täglich wechseln, Ernährungsfehler beheben.

Befallene Stellen mit Surolan behandeln. Bis zur Besserung Calcium-Trinkampullen (Frubiase Calcium) täglich 1/2 ml eingeben. Mit Olivenöl und Vitamin H das Essen anreichern. Falls dies erfolglos ist, Igelstation aufsuchen.

Tipps

  • Surolan, Biotin-Pulver, gutes Speiseöl ins Essen
  • Calcium-Trinkampullen, Vitamine

Ernährungsbedingter Durchfall kann durch vorübergehende Umstellung der Kost behandelt werden (mageres Fleisch mit Zusätzen von gekochten Karotten und Heilerde geben). Bleibt dies ohne Erfolg, muss an infektiösen Durchfall (Kot schillernd dunkelgrün, manchmal Blutbeimengungen), gedacht werden.

Bei Durchfall mit Futterverweigerung sofort Tierarzt oder Igelstation aufsuchen.

Tipps

  • mageres Fleisch
  • gekochte Karotten
  • Heilerde

Symptome: Appetitlosigkeit und gelegentlich blutiger Durchfall bei oft grünlich gefärbtem Kot. Bei massiven Kokzidien-Infektionen werden immer wieder Lähmungen der Hinterbeine beobachtet. Tiere sind "schleckig" und machen meist einen großen Bogen um die Fleischschüssel. Sie ziehen Breinahrung und Mehlwürmer vor und sollten sie in diesem Fall auch erhalten. Igel erreichen höchstens ein Gewicht von 500g und nehmen dann nicht weiter zu. Erwachsene Igel bleiben bei einem Gewicht von 700-800g stehen. Behandlung nach Rat der Igelstation oder Tierarzt mit Cotrim K und B-Komplex - zeitversetzt. Kokzidien sind mikroskopisch nicht kontinuierlich nachweisbar, da sie schubweise ausgeschieden werden. Wenn Appetitlosigkeit und eines oder mehrere der o. a. Symptome festzustellen sind, ist eine Behandlung auf Verdacht anzuraten und fast immer erfolgreich.

Tipps

  • Cotrim K
  • B-Komplex oder Mulivitaminpräparat

Lungenhaarwurm, Darmhaarwurm, Lungenwurm, Bandwurm, Saugwurm u. a.

Die meisten Igel sind äußerlich und innerlich von Parasiten aller Art besiedelt. Der Befall hat deutlich in den letzten Jahren zugenommen, (aus Kotproben ersichtlich!!) da dem Igel in der Natur die Insekten fehlen und er fast nur noch Schnecken und Regenwürmer findet. Durch Stress (Gefangennahme, Nahrungsumstellung) können Innenparasiten lebensbedrohlich werden; sie stellen einen Großteil der Todesursachen dar. Deshalb - auch bei gesund scheinendem Igel – spätestens nach 3 Tagen (erst aufbauen) Tierarzt oder Igelstation aufsuchen, um das Tier entwurmen zu lassen. Stark befallene Tiere müssen in jedem Fall nach dem Winterschlaf nochmals entwurmt werden.

 

Im Zweifelsfall Kotprobe an Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) einsenden.

 

Entwurmung mit Citarin, Flubenol usw. siehe „Tipps für Igelstationen

Igel, die vor der Entwurmung schon krank erscheinen, sollten unbedingt bei einer Igelstation vorgestellt und dortmöglichst stationär aufgenommen werden. Bei schlechtem Allgemeinzustand ist die Entwurmung nur stufenweise nach vorausgehender Antibiotika-Behandlung zu riskieren. Der gefährliche- Saugwurm ist bei Nichtbehandlung mit Sicherheit ein tödlicher Parasit. Befall regional unterschiedlich; ca. 60 bis 80 % aller Tiere im süddeutschen Raum. Nachweis nicht in allen Instituten möglich, da die Eier schubweise ausgeschieden werden! Deshalb muss oft nachSymptomen behandelt werden.

Symptome: Igel frisst trotz Entwurmung mit Citarin fast nichts oder gar nichts, Kot übelriechend, breiig, marmoriert, glänzend. Mundschleimhaut weiß (Blutarmut); Tier ist häufig unruhig und magert rasch ab.

Schon Igelsäuglinge können den Saugwurm von der Mutter bekommen haben. Sie vertragen Droncit recht gut!!

Behandlung:

  • Praziquantel (Droncit, Bayer) 0,05 ml pro 100g Körpergewicht injiziert. Bei starkem Befall nach 11 Tagen wiederholen!

Tipps

Krankheiten der Igel

  • 2. Sekundärinfektion des Darmes

Neben den bakteriellen Sekundärinfektionen der Lunge und Bronchien beim Igel erlangt die Entzündung des Dünn- und Dickdarms - als Sekundärinfektion des Darms, eine besondere Bedeutung bei den Igelkrankheiten durch die bakteriell hervorgerufenen, oftmals hochgradigen gastrointestinalen Störungen und massiven Virusinfektionen des Dünn- und Dickdarms, z.B. nach einer Entwurmungstherapie gegen Darmschmarotzer.

Wodurch kommt es nun zu diesen akuten Krankheitsbildern?

Der Igel nimmt Nahrung auf, z.B. Regenwürmer und Schnecken, in denen sich Parasiten-Eier oder Cocysten befinden, die sich im Igel weiterentwickeln, den Darm schädigen und die Primärinfektion Parasitose auslösen. Daneben kann es zur bakteriellen Infektion des geschädigten Darmgewebes kommen. Wegbereiter der akuten Darminfektion sind die Innenparasiten, hauptsächlich die Darmhaarwürmer, die im Dünndarm schmarotzen, die Darmsaugwürmer, die sich an die Darmwände heften und unstillbare Blutungen hervorrufen können, evtl. auch in die Gallenwege wandern, wo sie zu einer Gallenwegsentzündung beitragen, sowie Kokzidien, die sich in der Darmschleimhaut aufhalten. Hierdurch kann es zu blutigen Darmschleimhautablösungen, im Kot gut sichtbar, kommen. Diese Parasiten können den Boden für eine bakterielle Darm- und Gallenwegsentzündung vorbereiten.

89% der hereingenommenen Überwinterungsigel leiden unter einer hochgradigen Parasitose, die mit einem Bakterienbefall einhergeht. Beide Infektionen verursachen grünen Kot und Fressunlust mit Gewichtsabnahme. Ist der Befall mit Parasiten und Bakterien gering oder noch frisch, hat das Tier genügend eigene Abwehrkräfte sowie eine noch gute Kondition. Die Organe erholen sich oftmals nach einer Therapie mit den entsprechenden Wurmmitteln. Argerechte, gute Pflege und Hygiene unterstützen die Behandlung gegen die Schmarotzer, fördern die Abheilung, und der Darm erholt sich. Der Pfleger merkt es daran, dass, das Tier wieder gut frisst und zunimmt, der Kot sich normalisiert.

Viele Herbstigel oder im Winter bzw. Frühjahr herumlaufende Tiere leiden jedoch unter Mangelerscheinungen und befinden sich bei der Erstvorstellung in der Station bereits in einem desolaten, körperlichen Zustand. Oft sogar schon in einem fortgeschrittenen Stadium einer Primär- und/oder Sekundärinfektion. Sie weisen z. T. schwere septische Krankheitsbilder in Form einer hochgradigen Parasitose mit einer hierdurch ausgelösten akuten bakteriellen Darmentzündung des Dünn- und Dickdarms auf. Meistens handelt es sich um unterernährte und geschwächte Igel, die bereits unter einer gewissen Immunschwäche leiden. Sie besitzen gegen die Parasiten sowie die bakterielle Entzündung der Darm- und Gallenwege nicht mehr genügend eigene Abwehrstoffe. Hier muss der Pfleger entsprechend hochkalorige Nahrung mit zusätzlichen Aufbaustoffen verabreichen, damit das Tier eine entsprechende oder anstrengende Therapie gut durchsteht (Prescription a/d).

Sind nach einer solchen Behandlung gegen eine evtl. Primärinfektion (Verwurmung) die parasitären, grünen, schleimigen Durchfälle nicht abgeklungen, will oder kann der Igel nicht mehr selbst fressen, würgt und erbricht er, leidet er unter wässerigem weißlichem Stuhl (evtl. mit Blutbeimengung), erkennt man die Schleimhautablösungen bei den häufigen Darmentleerungen, besteht die Gefahr einer Austrocknung, rapider Gewichtsverlust und Abmagerung, und kollabiert das Tier zusehends, besteht der dringende Verdacht einer hochgradigen akuten Darmentzündung mit unsicherem Ausgang.

Eine sofortige Verabreichung von flüssiger Nahrung in Form von Prescription a/d, verdünnt mit Fencheltee, Zuführung isotonischer Kochsalzlösung, Darmberuhigungsmitteln (evtl. schon durch Barium-Sulfat-Gabe oder etwas Paraffinöl), Futter in Form von Energiekonzentrat Calopet oder leichte Rindsreisschleimbrühe sowie Jecuplex-Injektionen (Glucose – Vitamine – Mineralien – Spurenelemente) sowie danach eine prophylaktische Behandlung mit Breitbandantibiotika bzw. nach Erstellung eines schnellen Antibiogramms bei einem Tierarzt mit Resistenzbestimmung eine gezielte Wirkstoffgabe gegen die Erreger.

Als Haupterreger der Enteritis oder Enterokolitis gelten erfahrungsgemäß Salmonellen, gefolgt von Bakterien der Stämme E.Coli, Pseudomonas, Proteus oder Klebsiellen, auch Staphylo- und Streptokokkenarten können einzeln oder vergesellschaftet als potentielle Erreger der Sekundär-infektionen des Darms beobachtet werden. Die Untersuchungsbefunde Mikrobiologischer Institute geben Aufschluss darüber.

Die häufigsten bakteriellen Infektionen des Darms liegen im Bereich der Salmonellen und E.-Coli-Erkrankungen. Escherischia Coli gehören normalerweise zu einer ausgewogenen Darmflora. Ist aber der Darm bereits durch die Primärinfektion Parasitose geschädigt, können sich die E.-Coli übermäßig entwickeln und krankheitsbestimmend werden. Todesfälle durch Coli-Infektionen sind nicht selten.

In jedem Jahr sterben Igel an ärztlicherseits festgestellten unspezifischen teils spezifischen Darmerkrankungen. Untersuchungsergebnisse des Instituts für Pathologie der tierärztlichen Hochschule Hannover befanden als Todesursache hauptsächlich Sekundärinfektionen durch E.-Coli und Salmonellen u.a. als Folgeschäden eines vorherigen Wurmbefalls (Primärinfektion Parasitose).

Werden Igel mit typischen Symptomen einer Parasitose oder einer sich bereits parallel dazu entwickelnden bakteriellen Erkrankung gefunden, fehlt oftmals die Zeit, ein gezieltes Antibiogamm abzuwarten, so dass das Tier bereits gestorben ist, bevor eine gezielte Therapie Erfolg versprechend eingeleitet werden kann. Um den Wettlauf mit der fortschreitenden Sekundärinfektion des Darms  zu gewinnen, ist es ratsam, zusammen mit einem Tierarzt oder einer befugten Station prophylaktisch neben der Entwurmung zugleich ein BreitbandAntibiotikum einzusetzen, um die Erkrankung schneller zu stoppen und Verluste zu vermeiden.

Gegen bestimmte bakterielle und viruelle Darmentzündungen haben sich erfahrungsgemäß  Chloramphenicol, Baytril und Gentamycin, bei leichteren Darmerkrankungen Sulfonamide (Cotrium) bewährt.                      

Elfriede Raasch, Tierärztliche Hochschule Hannover

Nur ernst zu nehmen, wenn kahle Stellen mit grauem Belag (Pilz oder Allergie) auftreten und keine neuen Stacheln gebildet werden. Das deutet auf einen schlechten Allgemeinzustand hin. Gelegentliches Ablegen (Kinderstacheln) und Neubilden von Stacheln ist normal. Unterstützung der Neubildung durch Vitamin-H in Murnil (Bayer) oder Mulivitaminpräparat und Kieselerde. Igelstation vorzeigen.

Tipps                                                     

  • Multivitaminpräparat      
  • MIRRA-COAT-O3
  • Vitamin H
  • Kieselerde

Siehe auch:  http://www.igelinfos.de/igelpfee.htm

   Stachellose Igel   

Zahnsteinerkrankungen bei älteren Tieren ist oft Grund für völlige Abmagerung. Zahnstein mit Ultraschall beim Tierarzt entfernen lassen, Entzündungen am Zahnfleisch mit Pyralvex bepinseln. Weiches Futter anbieten. Bei Kiefervereiterungen Antibiotikum (Suanatem).

Tierarzt oder Igelstation unbedingt kontaktieren.

Tipps

  • Pyralvex
  • weiches Futter, Zahnsteinentfernung
  • Antibiotikum (Suanatem)

Meist durch Parasiten oder Kokzidien, manchmal durch Infektionen, häufig durch alles zusammen bedingt. Kotuntersuchung erforderlich. Bei totaler Futterverweigerung sofort mit Igelstation in Verbindung setzen. Auch kranke Zähne, Zahnfleischentzündung und Zahnstein (besonders bei älteren Tieren), können für Appetitlosigkeit verantwortlich sein.

Tipps

  • Kotuntersuchung, Multivitaminpräparat
  • Zahnfleischuntersuchung
  • Zahnsteinuntersuchung

Kommt häufig bei Transporten vor und ist dann harmlos. Hat aber sonst meist ernste Ursachen.

Höchste Alarmstufe:

Erbrechen mit gleichzeitigem Durchfall und Appetitlosigkeit - unverzüglich Igelstation konsultieren.

Tipps

  • grundsätzlich harmlos
  • Igelstation
  • Tierarzt

Meist Zivilisationsschäden, verursacht durch mangelhafte Ernährung oder durch Erkrankungen (Kokzidien) und zu wenig Bewegungsmöglichkeit. Behandlung mit täglichen Vitamin- (Multi-Vitamine für Igel Firma Albrecht) und Calcium-Gaben (Calcipot D 3) täglich Dianabol (rezeptpflichtiges Medikament aus der Apotheke) ½ Kinder-Tablette, 2 Wochen lang. Nur bestes Futter anbieten, vor allem auch Heilnahrung. Langsame aber völlige Genesung möglich. Einzelunterbringung unbedingt erforderlich, da meist aggressiv.

Muskeltraining:

Ein zeitweilig gelähmter Igel kann nur völlig gesunden, wenn er niemals mehr in seinem Bewegungsradius eingeschränkt wird und in einem oder mehreren großen Räumen bzw. Gehege ungehindert Auslauf erhält. Unbedingt Rat bei einem Tierarzt oder einer Igelstation einholen! Meist stationäre Behandlung unumgänglich. Igel im Frühjahr nur nach sorgfältiger Auswilderung im Gehege freilassen, da gravierende Einschränkung der Motorik oft zusätzliche Verhaltensanomalien hervorrufen können.

Tipps

  • Multi-Vitamine
  • Calcium (Calcipot D3)
  • Dianabol (Tierarzt)

Oft infolge einer Schwächung des Immunsystems. Im Stachelkleid erkennbare kahle Stellen mit grauem, schuppigem Belag, gelegentlich Haarausfall, grauweiße Krusten, vorwiegend auf Nasenrücken und Ohren. Bis zum völligen Verschwinden der Symptome 2 x täglich mit Surolan bepinseln. Täglich Nestmaterial wechseln. Eventuell mit einem Pilz-Mittel baden. Igelstation aufsuchen.

Tipps                          

  • Surolan
  • täglich Nestmaterial wechseln
  • Pilzmittelbad

Siehe auch:  www.igelinfos.de/igelhaut.htm 

WICHTIG:

Handschuhe tragen! Der Hautpilz Trichophyton kann auch auf den Menschen übertragen werden, wenn man täglich mit der Igelpflege zu tun hat.

      

Äußern sich häufig durch stereotypes, dauerndes Hin- und Herlaufen auf immer gleichen Bahnen, bis die Pfoten bluten. Treten häufig im Frühjahr bei Erwachsenen, gesunden Tieren auf. Wir vermuten, dass der Igel auf diese Weise Unzufriedenheit äußert. Kommt besonders häufig vor bei Igeln, denen der Winterschlaf vorenthalten wurde. Im Frühjahr Auflehnung gegen Gefangenschaft (Gefängniskoller), evtl. auch Geschlechtstrieb. Auch ständige Geruchs- und Geräuschbelästigung kann als Ursache in Frage kommen, ebenso Allergien (siehe oben). Befindet sich ein zweiter Igel unerreichbar im selben Raum, reagiert der Igel ebenfalls oft mit "Protestmarsch". Im fortgeschrittenen Stadium völlige Nahrungsverweigerung und herumrennen selbst am Tage. Behandlung nur durch völlige Umstellung der Umgebung möglich; kühle Temperaturen, unbedingt zum Winterschlaf bringen. Wunde Pfoten werden mit Heilsalbe (Bepanthen o. a.) behandelt.

Behandlung

Eventuelle typische Krankheitssymptome als Ursache sollen in diesem Zusammenhang jedoch vorher abgeklärt werden. Eine gewisse nervöse Unruhe findet sich erfahrungsgemäß bei Igeln welche mit Darmparasiten infiziert sind. Sie können an Kokzidiose leiden oder vom Saugwurm befallen sein. Dies müsste in solchen Fällen durch eine Kotuntersuchung abgeklärt oder im Notfall prophylaktisch behandelt werden. Gegen Kokzidien werden Sulfonamide eingesetzt (Cotrim K -Saft für Kinder aus der Apotheke, verschreibungspflichtig) - 0,1 ml pro 100g Körpergewicht, 5 Tage verabreichen, 5 Tage Pause und wieder 5 Tage ins Mäulchen geben. Bei dem Saugwurm ist Praziquantel (Droncit, Bayer) wirksam (0,05 ml pro 100g Körpergewicht injiziert).

Bitte Tierarzt oder Igelstation kontaktieren. Weitere Empfehlung

Wenn der Igel nach Behandlung der Innenparasiten noch ständig Unruhe zeigt, wird an drei aufeinander folgenden Tagen Vitamin B-Komplex 0,1 ml pro 100g Körpergewicht injiziert. Durchgelaufene Ballen sind täglich mit Betaisodona oder Wundheilsalbe einzureiben. Die Füße können auch zum Schutz und zur besseren Abheilung mit Hansaplastpolster - Streifen umklebt werden. Man kann auch nachts über eine Schaltuhr zeitweise Licht in seinem Gehege an- und ausschalten. Sobald es hell wird, unterbricht der Igel sein Laufen und geht in den dunklen Schlafkarton. Die Schaltuhr müsste folgendermaßen eingestellt werden: 1/4 Stunde "Licht an", 1/2 Stunde "Licht aus", 1/4 Stunde "Licht an" usw. Nach 3 - 4 Tagen sollte der Igel danach nicht mehr rennen. Igelstation aufsuchen!

Tipps

  • Umstellung der Umgebung
  • kühle Temperaturen-Winterschlaf
  • Heilsalbe (Bepanthen)
  • Kotuntersuchung
  • Hansaplastpolster
  • Cotrim K-Saft
  • Praziquantel (Droncit)
  • Vitamin B-Komplex
  • Betaisadona
  • Wundheilsalbe

Desinfizieren mit Merfen Orange; dann Furacin-Salbe oder Furacin-Streusol (Puder) verwenden. Bei stark eiternden Wunden muss eine Wundreinigung mit anschließender Antibiotika-Behandlung erfolgen, daher sofort einen Tierarzt aufsuchen. Bei Befall mit Fliegenmaden oder Fliegeneiern sofort Igelstation aufsuchen, da diese Tiere immer schwerkrank sind. Knochenbrüche müssen vom Tierarzt geschient werden und heilen meist gut.

 Tipps

  • Merfen Orange
  • Furacin-Salbe
  • Furacin-Streusol (Puder)
  • Antibiotika-Behandlung 

Tipps für Igelstationen, die nach dem Anforderungsprofil arbeiten !!

Entwurmungsmittel und Kokzidien:

Immer geben, auch wenn keine Lungenwürmer im Kot nachgewiesen werden konnten.

 Entwurmung mit Levamisol 2,5% (Citarin) NEUE DOSIERUNG!!

gegen Lungenhaarwürmer, Darmhaarwürmer

2 ml Gel/ pro kg  = (0,2 ml/ pro 100g Gewicht) = 88 mg/ pro kg Gewicht,

1x tägl.  5 Tage lang, bei anhaltenden Knattergeräuschen auf der Lunge, nach ca. 10 Tagen wiederholen!!

1g Pulver = 50 mg Flubendazol; wenn Igel zuverlässig frißt, unters Futter, oder in 1 ml Wasser anrühren und direkt ins Maul geben

  • Igel  <  500g = 1g Pulver tägl. = 50 mg
  • Igel  > 500g = 2g  Pulver tägl. = 100 mg

1x tägl. 5 Tage lang, bei anhaltenden Knattergeräuschen auf der Lunge, nach ca. 10 Tagen wiederholen!!

gegen Darmsaugwurm, Bandwurm

Immer geben, wird auch von sehr jungen und schwachen Igel vertragen (2. Tag)!

Darmsaugwurm wird schubweise ausgeschieden – nicht immer sichtbar!

0,05 ml/ pro 100 g Gewicht   = 0,5 ml /pro kg Gewicht s.c.

Evtl. nach 11 Tagen wiederholen, wenn Igel schlank bleibt und unruhig ist.

gegen Lungenhaarwürmer und Darmhaarwürmer, Giardien  

  • 10 mg/pro 100g Gewicht bei Tieren über 500g  (= 1 ml) 
  • 5  mg/pro 100g Gewicht bei Tieren unter 500g (= 0,5 ml)

neue Angabe: 0,5 ml /pro kg Gewicht

1x tägl. 3 - 5 Tage lang         (führt evtl. zu Futterverweigerung)

ACHTUNG: muss nach der Verabreichung noch 3 Wochen zur Beobachtung in der Igelstation bleiben

Ektoparasiten, fast alle Endoparasiten (wenn Igel trotz Behandlung noch hustet und röchelt), Nur bei stabilen Igeln ab 700g anwenden!!!

0,03 ml/pro 100g Gewicht = 0,3 ml/pro kg Gewicht  s.c. einmalig

Cave: Igel danach warmhalten (Wärmflasche oder Rotlicht) bei Futter-verweigerung Vit.B-Kompl. und Coffea Präparata Injektion. Im Sommer frühestens nach ca. 12 Tagen auswildern. Darf danach mindestens 2 Wochen nicht in den Winterschlaf gehen!

Dectomax (Doramectin 10 mg/ml):  ähnlich wie Ivomec, Fliegenmaden, Milben, Lungenwürmer

0,03 ml/pro 100g Gewicht = 0,3 ml/pro kg Gewicht verdünnt mit ADE-Vitaminlösung 1:30

Igel 14 Tage lang warm halten!! Darf vorher nicht in den Winterschlaf!!

Wichtig!!! Kokzidien:

Jungigel, die nicht schwerer werden als 500g oder erwachsene Igel die bei einem Gewicht von 700g stehen bleiben, haben fast immer Kokzidien obwohl sie im Kot nicht nachweisbar sind. (werden schubweise ausgeschieden!) Diese Igel sind schleckig, haben kaum Appetit und mögen kein Fleisch. Der Kot riecht süßlich im Gegensatz zu einem sehr stinkenden Kot, wenn den Saugwurm den Darm besiedelt.

Behandlung wie im Igel in der Tierarztpraxis beschrieben mit Cotrim K Saft.

Cotrim K = Sulfonamide sind Vit. B-Räuber, das heißt 3x die Woche B-Komplex spritzen aber mindestens 3 Stunden im Abstand von Cotrim K.

Cave: Bei Lähmungserscheinungen durch Kokzidien bzw. nach Kokzidienbehandlung einmalig Dexamethason spritzen. Es wird durch Kokzidien bzw. deren Absterben manchmal eine Nervenentzündung ausgelöst. (Lähmung der Hinterläufe).

Achtung - Akute Lebensgefahr !

Bitte Vorsicht bei der Anwendung von Antiparasitika bei Igeln !

Am gefählichsten ist der Wirkstoff „Fibronil“

(Frontline-Spray für Hunde und Katzen)!

Diesbezüglich wurden bereits Todesfälle bei Igeln bekannt!!!

Bei Spot-On-Präparaten ist generell Vorsicht geboten!

Allgemeine Anwendungshinweise für Antiparasitika bei Igeln:

 Von der Anwendung bei sehr jungen, untergewichtigen und geschwächten Tieren wird abgeraten, da diese erst stabilisiert werden müssen.

 Präparate mit niedriger Wirkstoffkonzentration sind wegen besserer Dosiergenauigkeit zu bevorzugen!

 Die Behandlung soll erst nach Erreichung der normalen Körpertemperatur erfolgen (diese liegt bei ca. 36°C).

 

Medikamente zerstören Vitamine

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Kotproben